Weltkindertag – Zu Besuch in der Kita Spielwiese in Plauen

Anlässlich des Weltkindertags besuchte der AWO Landesverband gemeinsam mit Vertreter:innen der AWO Vogtland und der Politik die Kita, um über aktuelle Herausforderungen ins Gespräch zu kommen

Blick vom Außengelände mit Spielplatz auf die Villa der Kita

53 Kinder besuchen die kleine, aber feine Einrichtung im vogtländischen Plauen. Vor Ort machten sich Juliane Pfeil, Mitglied des Landtags und bildungspolitische Sprecherin der SPD, Michael Hummel, Geschäftsführer der AWO Vogtland, Steffi Macal, Abteilungsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe der AWO Vogtland, David Eckardt, Geschäftsführer des AWO Landesverband, Florian Mindermann, Referent für Kinder- und Jugendhilfe beim AWO Landesverband und Ulrike Novy, Pressesprecherin beim AWO Landesverband, gemeinsam mit Tom Reichardt, dem Einrichtungsleiter Kita Spielwiese ein Bild von der Lage vor Ort. Es wurden aktuelle Herausforderungen und Rahmenbedingungen diskutiert, anschließend gab es einen Rundgang durch die Einrichtung.

Einrichtungsleiter Tom Reichart betonte, wie sehr die Eltern die familiäre Atmosphäre der kleinen Einrichtung schätzen. Dies bringe aber auch besondere Herausforderungen mit sich, z.B. wenn es um die Essensversorgung geht. Preiserhöhungen stehen im Raum, u.a. durch die gestiegenen Lebensmittelkosten, insbesondere aber was die Bezahlung von Servicekräften betrifft – bei weniger Kindern in einer Einrichtung ist die Umlage auf die einzelnen Familien natürlich entsprechend größer. Die Unsicherheit, was die Zukunft hinsichtlich einer teureren Essensversorgung und Anstieg der Elternbeiträge bringt, ist ein aktuelles Thema innerhalb der Elternschaft.

Ein weiterer diskutierter Punkt war der Fachkräftemangel. Innerhalb der nächsten 10 Jahren gehen ein Viertel der Erzieher:innen in Rente*, auch die Kita Spielweise ist davon betroffen. Auch wenn die Lage noch nicht so dramatisch ist wie in der Pflege, müssen Wege gefunden werden, um gut ausgebildete, neue Fachkräfte für die Einrichtungen zu gewinnen. Hier muss auch der Blick darauf geworfen werden, wie man den Berufseinstieg für zukünftige Fachkräfte niedrigschwelliger gestalten kann. Tom Reichardt hat in seiner Kita gute Erfahrungen mit der berufsbegleitenden Ausbildung gemacht.

Juliane Pfeil, Steffi Macal, Tom Reichardt, Michael Hummel, David Eckardt, Florian Mindermann auf dem Spielplatz der Kita

Foto v.l.n.r.: Juliane Pfeil, Steffi Macal, Tom Reichardt, Michael Hummel, David Eckardt, Florian Mindermann

In ihrer Pressemitteilung zum Weltkindertag weist die AWO Sachsen darauf hin, dass Fehlzeiten, die durch Urlaub, Weiterbildung oder Krankheit entstehen, im aktuellen Betreuungsschlüssel nicht berücksichtigt werden und diese Mittel auch im aktuellen Entwurf des Doppelhaushalts für 2023/2024 nicht eingeplant sind. Das bedeutet, dass der ohnehin schon nicht ausreichende Schlüssel von 1:5 in der Krippe, 1:12 im Kindergarten und 1:20 im Hort in der Realität nicht gehalten werden kann und damit die Qualität in der frühkindlichen Bildung leidet. Auch dies wurde in der Runde ausführlich diskutiert. Juliane Pfeil betonte , dass in der aktuellen Debatte daran gearbeitet wird, für diese Thematik einen finanziellen Einstieg zu ermöglichen – aber durch die finanziellen Herausforderungen, die insbesondere durch das dritte Entlastungspaket des Bundes auch auf den Freistaat Sachsen zukommen werden, der große Wurf nicht gelingen könne.

Insgesamt freuten sich alle Beteiligten über eine sehr konstruktive und spannende Diskussion, die es natürlich kontinuierlich auf allen Ebenen fortzuführen gilt. #WirMachenWeiter 

*Quelle: https://www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/fileadmin/user_upload/TrEBBE_Forschungsbericht_final.pdf

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