Was verändert sich durch eine kleine positive Begegnung?
Ein freundlicher Satz, echtes Zuhören, eine helfende Hand oder ein Gespräch mit jemandem, mit dem wir sonst wenig zu tun haben: Oft sind es kleine Begegnungen, die einen Arbeitstag besonders machen.
Im Begegnungslabor richten wir deshalb den Blick auf unser Miteinander. Die Experimente dieser Woche laden dazu ein, Kontakt aufzunehmen, zuzuhören, Wertschätzung zu zeigen oder etwas gemeinsam zu machen. Dabei muss kein großes Gespräch entstehen – manchmal reichen schon wenige Minuten.
Sucht Euch vier Experimente aus, die zu Euch und Eurem Alltag passen.
Forscher:innenfrage der Woche:
Welche Begegnung ist mir in Erinnerung geblieben?
Challenge 1: Unsichtbarer Rückenwind
Probiere aus: Gib einer Person eine konkrete positive Rückmeldung.
Statt eines allgemeinen „Gut gemacht“ kannst du benennen, was genau dir aufgefallen ist:
„Ich fand hilfreich, wie ruhig du das erklärt hast.“
„Danke, dass du daran gedacht hast.“
Die Rückmeldung kann persönlich, schriftlich oder telefonisch erfolgen.
Beobachte: Wie hat die Person reagiert? Und wie hat sich das Aussprechen für dich angefühlt?
Entscheide: Möchtest du positives Verhalten künftig häufiger sichtbar machen?
Challenge 2: Fünf Minuten echte Aufmerksamkeit
Probiere aus: Schenke einer Person für einige Minuten deine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Du kannst ein kurzes Gespräch führen, bewusst zuhören, gemeinsam schweigen oder dich ganz auf eine schriftliche Nachricht konzentrieren. Es muss kein persönliches oder tiefes Gespräch sein.
Beobachte: War die Begegnung anders als ein Gespräch nebenbei?
Entscheide: In welchen Situationen möchtest du künftig bewusster zuhören?
Challenge 3: Eine neue Seite entdecken
Probiere aus: Frage eine Person etwas, das du bisher noch nicht von ihr wusstest.
Mögliche Fragen:
- „Was macht dir an deiner Arbeit Freude?“
- „Was kannst du besonders gut?“
- „Was hilft dir an einem anstrengenden Tag?“
- „Gibt es etwas, das du gern lernst?“
- „Welcher Ort gefällt dir besonders?“
Niemand muss etwas Privates erzählen. Eine sachliche oder humorvolle Frage zählt genauso.
Beobachte: Was hast du neu erfahren?
Entscheide: Hat die Antwort deinen Blick auf die Person verändert?
Challenge 4: Ein Gruß über Grenzen hinweg
Probiere aus: Nimm kurz Kontakt zu einer Person auf, mit der du im Alltag nur selten zu tun hast.
Das kann jemand aus einer anderen Abteilung, Schicht, Einrichtung oder Berufsgruppe sein. Ein Gruß, ein Dankeschön oder eine kurze Nachfrage reicht aus.
Beobachte: Wie leicht oder ungewohnt war es, den Kontakt aufzunehmen?
Entscheide: Gibt es eine Verbindung, die du künftig gelegentlich pflegen möchtest?
Challenge 5: Zusammen geht es anders
Probiere aus: Erledige eine kleine Sache gemeinsam mit einer anderen Person.
Ihr könnt zum Beispiel:
- etwas vorbereiten,
- eine Idee sammeln,
- einen Bereich ordnen,
- eine kurze Aufgabe lösen,
- eine Pause gestalten,
- einen nächsten Schritt abstimmen.
Alle Beteiligten können unterschiedliche Rollen übernehmen.
Beobachte: Was war gemeinsam leichter, angenehmer oder anders?
Entscheide: Welche Tätigkeit könnte künftig öfter gemeinsam statt nebeneinander stattfinden
Challenge 6: Hilfe in beide Richtungen
Probiere aus: Bitte bei einer kleinen Sache um Unterstützung oder biete einer Person eine konkrete Hilfe an.
Zum Beispiel:
„Kannst du kurz mitdenken?“
„Soll ich dir dabei etwas abnehmen?“
Die Hilfe sollte freiwillig bleiben und niemanden unter Druck setzen.
Beobachte: Wie hat sich das Bitten oder Anbieten angefühlt?
Entscheide: Fällt dir Hilfegeben leichter als Hilfenehmen – oder umgekehrt?
Alle Challenges findet Ihr auch in unserem Wohlfühl-Laborpass.
Schreibt uns gern Eure Anmerkungen und Erfahrungen in die Kommentare oder an ulrike.novy@awo-sachsen.de.




