Wir müssen verhindern, dass Menschen weiter in die Armut abrutschen!

Die AWO Sachsen fordert einen zeitnahen Inflationsausgleich und eine Berücksichtigung der steigenden Gas- und Strompreise bei den Regelleistungen

Eine Topfpflanze steht auf dem Fensterbrett, die Sonne scheint durch die Jalousie

Die Inflation liegt erstmals seit 1992 bei über 5 Prozent. Die Gas- und Strompreise sind in die Höhe geschossen und werden auch im Jahr 2022 drastisch steigen. Für viele Menschen im Sozialleistungsbezug, welche bereits heute von der Hand in den Mund leben, könnte dies das endgültige Abrutschen in die Armut bedeuten.

Das betrifft vor allem die Sozialleistungsempfänger*innen (auch die Aufstocker!) und im Grund genommen alle Geringverdienenden, welche bereits jetzt keine Sparmöglichkeiten haben, weil die Gehälter zu gering sind. Sehr häufig sind Familien betroffen.

Was bedeutet das für die Menschen konkret? Mit weniger Geld muss der gleiche Lebensbedarf bestritten werden. Die Menschen geraten unter Druck und müssen eigentlich unmögliche Entscheidungen treffen: Heizen und Strom oder Schulden machen? Miete zahlen oder Essen kaufen? Wenn hier nicht schleunigst gegengesteuert wird, ist damit zu rechnen, dass mehr Schulden gemacht werden und viele Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen sind.  Menschen werden krank, sei es physisch – weil sie im wahrsten Sinne des Wortes im Kalten sitzen gelassen werden – oder psychisch.

Als AWO sprechen wir uns daher dringend für einen zeitnahen Inflationsausgleich und eine Berücksichtigung der steigenden Gas- und Strompreise bei den Regelleistungen aus! Möglich wäre dies z.B. durch einen regelmäßigen monatlichen Zuschuss. Dabei muss genau hingeschaut werden, welche Menschen den Zuschuss erhalten sollten. Zum Beispiel sind einkommensschwache Haushalte bisher in keiner der genannten Leistungssysteme erfasst.

Die Ausgestaltung der Regelleistungen muss die Gleichheit von Chancen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen – so wie es im Grundgesetz steht. Man darf nicht vergessen: Viele dieser Menschen leben aktuell schon in Armut. Durch den fehlenden Inflationsausgleich bzw. die Anpassung der Regelleistungen an die gestiegenen Preise rutschen die Menschen unter eine verfassungswidrige Grenze. Hier muss die Politik reagieren!

Kontakt für weitere Informationen: Katharina Fritzsche, Referentin für Offene Sozialarbeit, 0351 84704-522, katharina.fritzsche@awo-sachsen.de

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