Positionierung zur Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen

Die AWO Sachsen als Trägerin der Landesfachstelle für interkulturelle Öffnung und Diversität

Mehrere Hände setzen ein Puzzle zusammen, dessen Teile größer als normal sind. Eine der Teile ist rot, während die anderen weiß sind.

Die Corona Pandemie verschärft das Problem des Arbeitskräftemangels auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Handwerk, Gastronomie und nicht zuletzt der Gesundheits- und Sozialbereich sind vergeblich auf der Suche nach Personal. Die AWO Sachsen als Arbeitgeberin der sozialen Dienstleistungen sieht sich besonders vom Fachkräftemangel betroffen.

In den kommenden Jahren werden mehr Arbeitnehmer*innen in Rente gehen, als dass junge Menschen diese Lücke schließen können. Der Saldo beträgt in Sachsen nach Aussagen der Bundesarbeitsagentur bis ins Jahr 2030, 200.000 fehlende Arbeitskräfte. Dadurch ist es nicht nur wünschenswert, sondern unbedingt nötig weitere Arbeitnehmer*innen für den sächsischen Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Neben der Steigerung der Attraktivität der sozialen Berufe, sieht der AWO Landesverband Sachsen e.V. vor allem in der gelingenden Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen eine Chance, die personellen Defizite auszugleichen.

Aktuell haben in Sachsen lediglich 2,2 % aller Pflegekräfte in der Altenpflege und 2,1 % in der Gesundheits- und Krankenpflege einen Migrationshintergrund (FES, 2021). Nicht nur der Pflegebereich, sondern alle Arbeitsfelder in Deutschland können von zugewanderten Arbeitskräften profitieren. Im Weg stehen diesen Bemühungen in Sachsen immer wieder struktureller wie auch weit verbreiteter gesellschaftlicher Rassismus. Die Arbeitslosenquote von Ausländer*innen liegt in Ostdeutschland bei 19,0 % gegenüber 6,3 % der deutschen Staatsangehörigen. Für Westdeutschland liegen diese Zahlen mit 13,8 gegenüber 4,3 Prozent etwas darunter (bpb, 2021). Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Einstieg in den Arbeitsmarkt für Migrant*innen oftmals erschwert wird. Strukturelle Probleme fallen dabei vor allem in der Diskrepanz zwischen Ost und West auf, welche auf einen Aufholungsbedarf hinweisen.

„Rassismus ist nicht immer sichtbar, sondern findet sich auch in alltäglichen Abläufen wieder, welche Migrant*innen vor besondere Hürden stellen“, so Margit Weihnert, Vorsitzende des AWO Landesverband Sachsen e.V..

Durch die Sichtbarmachung dieser diskriminierenden Strukturen ist ein Umdenken und ein gezieltes Entgegenwirken möglich. Margit Weihnert dazu: „Unternehmen wie Belegschaften benötigen interkulturelle Kompetenzen. Langfristig bedarf es gesellschaftliche Teilhabe, den Abbau struktureller Hürden und das Hinterfragen eigener Vorurteile, um Menschen unterschiedlicher Herkunft zum Wohle aller, sowohl in Aus- und Weiterbildung als auch in Arbeit zu integrieren.“

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