Politischer Countdown zur Bundestagswahl: Kinder und Familie

Kinder und Familien haben eine überragende Bedeutung für unsere Gesellschaft - dies muss sich endlich in den politischen Entscheidungsprozessen und den realen Lebensbedingungen für Kinder und Familien widerspiegeln!

Ein Mädchen schaukelt auf einen Reifen

In einer Woche ist Weltkindertag. Und obwohl dieser in Deutschland groß gefeiert wird, haben wir nicht den Eindruck, dass den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kinder auf politischer Ebene genug Rechnung getragen wird. Zu oft mussten wir gerade in Coronazeiten erleben, wie wirtschaftliches und politisches Kalkül mehr wogen als die Interessen von Kindern und Familien. Inzwischen ist hinreichend belegt worden, dass insbesondere Kinder aus sozial schwächeren Familien unter den Coronamaßnahmen leiden mussten und dass viele Kinder eventuell noch lang mit den Folgen der Lockdowns zu tun haben werden.

Kinder sind unsere Zukunft. Warum fällt es immer noch so schwer, Politik in ihrem Sinne zu machen? Es ist eine Investition in unser aller Zukunft. Und vor allem: Es ist für uns nicht verhandelbar, dass in unserem Land alle Kinder die gleichen Chancen auf Bildung, an kultureller Teilhabe und an Entfaltungsmöglichkeiten haben. Dafür gibt es ganz klare Stellschrauben, an denen wir drehen können und müssen:

  1. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit fördern: Es müssen ausreichend Angebote für Kinder und Jugendliche vorhanden sein, welche die jungen Menschen bestmöglich in ihrer Entwicklung unterstützen. Dazu gehört u.a.
    • der Ausbau der Jugendangebote außerhalb der Schule und die Jugendsozialarbeit in den Einrichtungen.
    • den Zugang zu digitalen Angeboten für alle ermöglichen. Gerade im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, wie schnell Kinder mit geringen digitalen Ressourcen abgehängt werden können. Hier müssen ausgleichende digitale Angebote von Seiten der Politik geschaffen werden.
    • der Zugang zu kulturellen und Freizeitangeboten unabhängig vom Geldbeutel. Es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um kulturelle Bildung für alle zu ermöglichen und kulturelle Bildungsarmut gezielt zu bekämpfen.
  2. Familien gesamtgesellschaftlich in den Blick nehmen: Was können wir tun, um Care-Arbeit in der Familie fairer zu verteilen? Hierbei gilt es einerseits berufliche Veränderungsprozesse in die Wege zu leiten wie z.B. Familienarbeitszeit einzuführen und das Elterngeld weiterzuentwickeln. Es geht aber auch um ein weiteres Umdenken im Privaten und die Aufwertung und Anerkennung von Fürsorgearbeit insgesamt.
  3. Die Fachkräftesicherung für den Erzieher*innenberuf stärker in den Fokus nehmen und den Personalschlüssel in den Betreuungseinrichtungen weiter absenken: Sachsen ist immer noch bundesweites Schlusslicht, was den Personalschlüssel in den Krippen, Kitas und Horten betrifft. Wir fordern für Kinderkrippen die Absenkung des Personalschlüssels auf 1:4, für Kindergärten auf 1:10 und für Horte auf 1:16. Unsere konkrete Strategie zur Verbesserung der Kitarahmenbedingungen in Sachsen kann auf der Homepage nachgelesen werden. Die Absenkung des Personalschlüssels setzt voraus, dass ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen müssen. Dafür hat die AWO Sachsen ein Situationspapier zur Gestaltung der Personalsituation in sächsischen Kindertageseinrichtungen entworfen.
  4. Die Familienbildung insgesamt muss gestärkt werden und Bildungs- und Unterstützungsangebote flächendeckend zur Verfügung stehen. Die Finanzierung darf dabei nicht länger von der Haushaltslage der Kommunen abhängen. Wir müssen Familienbildung als Investition in unsere Zukunft begreifen!
  5. Kinderrechte sollten fest im Grundgesetz verankert werden. Ein zentrales Thema ist dabei das Recht auf eine gesunde Umwelt, um unseren Kindern später ein Leben in Gesundheit und Stabilität zu ermöglichen (mehr zum Thema auch in der #wirarbeitendran Kampagne der AWO).

Fazit: Familienpolitik muss stärker in den Fokus der Parteien rücken. Kinder und Familien haben eine überragende Bedeutung für unsere Gesellschaft – dies muss sich endlich in den politischen Entscheidungsprozessen und den realen Lebensbedingungen für Kinder und Familien widerspiegeln!

 

 

 

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