Politischer Countdown zur Bundestagswahl: Demokratie und Ehrenamt

Demokratie lebt von und mit Beteiligung. Warum es wichtig ist, zur Wahl zu gehen und was für politische Beteiligung notwendig ist.

A4 Plakate mit Sprüchen !Ich bin gegen Rassismus weil..." flattern im Wind auf einem AWO-Stand

Die Bundestagswahl ist eine großartige und wichtige Gelegenheit, aktiv Politik mitzugestalten. Wir alle sind aufgerufen, wählen zu gehen und viele wollen sich diese Möglichkeit der Mitgestaltung nicht entgehen lassen.

Es ist schwer verständlich, dass es Menschen gibt, die von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen wollen. Oder doch nicht? Doch die Entscheidung zur Wahl zu gehen hängt eng damit zusammen, ob Menschen das Gefühl haben, mit ihrer Stimme eine Wirkung zu erzielen. Wenn ich denke: „Es macht keinen Unterschied, wen ich wähle/ wer regiert/ an welcher Stelle ich mein Kreuz mache“, fehlt die Motivation, sich aktiv an der Politik zu beteiligen.

Um sich die Wahlentscheidung leichter zu machen, kann man sich im Vorfeld z.B. folgende Fragen beantworten:

  • Wem – welcher Person, welcher Partei – traue ich zu, dass er oder sie meine Interessen am besten vertritt?
  • Welche politischen Ziele und Vorhaben decken sich mit meinen Vorstellungen, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln soll und wie wir leben möchten?

Wer noch unsicher ist, welche Partei die eigenen Interessen am ehesten vertritt, findet im Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung ein nützliches Tool zur Orientierung. Mit Hilfe von 38 Fragen werden die eigenen Positionen mit den Wahlprogrammen der Parteien abgeglichen.

Verständliche Wahlprogramme

Die AWO in Sachsen bietet Workshops zur Vorbereitung auf die Wahl für Menschen mit Behinderungen an mit dem Ziel, eine bewusste Wahlentscheidung zu unterstützen. Fragen rund um die Wahl werden besprochen. Wahlprogramme in leichter Sprache ermöglichen einen einfacheren Zugang zu den politischen Zielen der Parteien, die nicht nur für Menschen mit Behinderung eine Hilfe sind. Es war uns daher auch wichtig, den Wahlaufruf unserer Landesvorsitzenden in Leichter Sprache zu veröffentlichen.

Beteiligung ist mehr

Beteiligung darf mit der Wahl nicht enden. Auch darüber hinaus muss es Möglichkeiten und Angebote geben, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und diese aktiv mit zu gestalten. Dafür bietet die AWO neben vielen anderen Akteur*innen vielfältige Möglichkeiten, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Ob im sozialen Bereich, sportlich oder kulturell, Ehrenamt braucht Anerkennung und förderliche Rahmenbedingungen, damit Menschen sich mit Lust und der Erfahrung, auch etwas zu bewirken, einbringen.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit

Unsere demokratische Gesellschaft mag uns oft wie eine Selbstverständlichkeit erscheinen, sie ist es aber nicht. Die Demokratie ist bedroht und wird in Frage gestellt. Es gibt nicht wenige Menschen, die unsere demokratischen Errungenschaften wie z.B. Gewaltenteilung, Meinungs- und Pressefreiheit, Freiheit der Religion und der Weltanschauung wieder abschaffen wollen. Rechtsextreme Positionen sind wieder salonfähig geworden und bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitet. Hier gilt es, wachsam zu sein und aktiv für unser demokratisches Grundverständnis und gegen jedwede Form der Bedrohung aktiv vorzugehen.

Diese Aktivitäten müssen unterstützt werden, von allen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und von Politik und Regierung. Hierfür braucht es eine verlässliche und kontinuierliche Ausstattung mit finanziellen Ressourcen. Am besten könnte dies durch ein Demokratiestärkungs-Gesetz gelingen. Die neue Bundesregierung wird sich auch daran messen lassen müssen.

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