Barrierefrei besser ankommen!

Riskant wie brisant: Wer mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs ist, trifft auf Barrieren, die gar nicht existieren dürften. Höchste Zeit, etwas dagegen zu tun!

Beteiligte und Kooperationspartner*innen der Fotoaktion postieren vor der AWO-Messewand.

Hier setzt der Auto Club Europa (ACE) mit seiner Clubinitiative 2021 an. Neu dabei ist, dass bundesweit die Arbeiterwohlfahrt AWO als Wohlfahrtsverband dieses Anliegen unterstützt und gemeinsame Aktionen mit dem ACE durchführt.

Jede*r Fünfte erlebt Barrieren im Alltag – unabhängig vom Alter. „Das sind vor allem Ältere, Menschen mit einer Einschränkung beim Gehen, Menschen, die im Rollstuhl sitzen, und auch all diejenigen, die sich alleine mit dem Kinderwagen durch die Tücken des Großstadtdschungels oder bei fehlenden Gehwegen im ländlichen Raum kämpfen müssen“, so Margit Weihnert, AWO Landesvorsitzende in Sachsen. Es betrifft also Menschen jeden Alters. Und nicht wenige: Derzeit leben etwa 9,4 Millionen Seniorinnen und Senioren im Land, die älter als 75 Jahre sind. 4,6 Millionen Menschen mit schwerer körperlicher Einschränkung, davon etwa 3 Millionen Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind und etwa 1,6 Millionen Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Hinzu kommen mindestens 2,4 Millionen Eltern oder Großeltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Die Zahlen entkräften auch den Mythos, dass die Barrieren-Problematik nur Minderheiten betrifft. Tatsächlich sind es rund 20 Prozent der Bevölkerung, für die der mobile Alltag so zur Herausforderung wird.

Die ACE-Clubinitiative „Barrierefrei besser ankommen!“ setzt genau hier an, obwohl das soziale und kulturelle Miteinander dieses Jahr durch Corona noch schwieriger ist. Aber gerade deswegen ist es der beste Zeitpunkt, um auf all diese Missstände hinzuweisen, die Ursachen zu ermitteln und gemeinsam anzupacken, um etwas zu verändern.

In puncto Barrierefreiheit besteht Nachhol- und Investitionsbedarf. Es ist schon seit vielen Jahren bekannt, dass bis zum Jahr 2030 etwa 53 Milliarden Euro notwendig wären, um eine barrierefreie Infrastruktur für alle zu realisieren. „Derzeit prüfen wir vielerorts die Barrierefreiheit von Haltepunkten in innerstädtischen Bereichen, oder vor öffentlichen Einrichtungen. Wir wollen auf Defizite hinweisen und zugleich gute Lösungen prämieren“, sagt Ilko Keßler, Vorsitzender der ACE-Region Ost.

Albrecht Pallas, Dresdner ACE-Vorsitzender, verweist auf die ACE-Mach-mit-Fotoaktion. Hier können Fotos hochgeladen und beschrieben werden. „So wollen wir gemeinsam mit Ihnen auf die Problematik aufmerksam machen. Für uns ein erster großer Schritt, etwas zu tun“, meint Albrecht Pallas dazu. Für den ACE ist Mobilität ein Grundrecht. Unter den Einsendern verlost der ACE in jeder seiner sechs Regionen ein Apple iPad.

So funktioniert die ACE-Fotoaktion

Mehr Informationen auch auf www.ace-clubinitiative.de.

Foto: v.l.n.r.: Andreas Becht (ACE), Margit Weihnert (AWO Landesvorsitzende), Frank Schaffrath (AWO), Albrecht Pallas (ACE), Ilko Keßler (AWO) © AWO Sachsen

Über den ACE Auto Club Europa:

Klare Orientierung, sichere Hilfe, zuverlässige Lösungen: Der ACE Auto Club Europa kümmert sich seit 1965 um alle mobilen Menschen, egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Die Kernthemen des Autoclubs mit rund 630.000 Mitgliedern sind die klassische Unfall- und Pannenhilfe sowie Verkehrssicherheit, Elektromobilität, neue Mobilitätsformen und Verbraucherschutz.

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